Neustart 2018

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Vielfalt gestalten! Zusammen arbeiten in der offenen Gesellschaft startete am 1. Mai 2018. Das Bildungsangebot wird aus Mitteln des Landesprogrammes Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz sowie durch eine Förderung der Stiftung :do finanziert. Wir setzen damit unsere Zusammenarbeit mit Berufsschulen und anderen Weiterbildungseinrichtungen fort, um den Klassen in der Aus- und Weiterbildung interkulturelle Bildung aus erster Hand zu ermöglichen. Das Projektdesign sieht vor, dass jede der Weiterbildungen von mindestens ein*e Referent*in mit Migrationsbiografie vorbereitet und durchgeführt wird. Wir verwenden Methoden des aktivierenden Lernens und vermitteln praxisnah Kenntnisse um Migration und Inklusion für verschiedene berufliche Schwerpunkte. Die für die Auszubildenden in Abstimmung mit den jeweiligen Lehrplänen erstellten Inhalte werden in Modulen à 4 UE angeboten, die seriell durchgeführt werden können.
Die teilnehmenden Weiterbildungseinrichtungen beteiligen sich an den Kosten mit 65,-€ pro Modul, Materialien stellt WeltOffen, vor Ort wird nur ein Beamer und eine Flipchart benötigt. Einen Eindruck der über die Inhalte der aufeinander aufbauend geplanten Module gibt der Flyer.

Ein Jahr Vielfalt

Im Projekt „Vielfalt im Beruf. Ein interkulturelles Training in der Aus- und Weiterbildung“ gab es 2017 fast 40 Veranstaltungen, davon 19 Projekttage. Insgesamt wurden damit 615 BerufsschülerInnen und Menschen in Weiterbildungen erreicht. Unser Team mit ReferentInnen aus unterschiedlichen Ländern führte durch abwechslungsreiche Veranstaltungen mit anregenden Diskussionen und oft sehr kreativen Ergebnissen.

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Bei den teilnehmenden Schulen insbesondere im Erziehungsbereich und in der Pflege bestand ein großer Bedarf und Interesse, bei der Gestaltung des Curriculums die Unterstützung durch unser Team zu wählen und diese Zusammenarbeit auch 2018 fortzusetzen. Die Themen rund um Interkulturalität wurden dort als abwechslungsreicher und praxisnaher Bestandteil in die Berufsausbildung integriert.

Die Evaluation unserer Veranstaltungen zeigte, dass durch unsere Trainings bei den Teilnehmenden viele berufsbezogene Fragen zu den Themen Migration und interkulturelles Zusammenleben beantwortet werden konnten. Die konkrete Handlungsorientierung und Wissensvermittlung ist auch in Zukunft für SchülerInnen in der Ausbildung wichtig, weshalb wir für 2018 ein erweitertes Angebot interkultureller Bildung in insgesamt vier aufeinander aufbauenden Modulen ausgearbeitet haben.

Wir bedanken uns für die Unterstützung durch alle teilnehmenden Schulen und die gute Zusammenarbeit mit unseren Förderinstitutionen: bei den MitarbeiterInnen des Programmes Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz sowie der Stiftung :do!

Wir hoffen, dass wir diese erfolgreiche Zusammenarbeit im Jahr 2018 fortsetzen können, denn: es gibt immer noch viel über Vielfalt zu lernen!

Theater: Typisch! Oder NICHT!

Von humorlosen Bratwürsten und langfingrigen Wodkagenießern

Am 11.06.2017 wird um 11:00 Uhr im Polnischen Institut Leipzig ein Theaterstück über Vor-/Urteile inszeniert. Das Stück präsentiert das Ergebnis eines dreimonatigen Kreativprojektes mit Leipziger Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit und ohne polnischem Migrationshintergrund. Im Anschlus wird eine Fotoausstellung über die Entstehung des Stückes eröffnet.

Der Eintritt ist frei – mehr Informationen hier

Wir sind gespannt!

 

Vielfältig ins neue Schuljahr…

Noch sind Sommerferien, doch schon in wenigen Tagen beginnt das neue Schuljahr. Und mit diesem starten wir in unser Projekt Vielfalt mach Sinn. Ein interkulturelles Training in der Aus- und Weiterbildung.

In interaktiven Workshops und Projekttagen haben Auszubildende und BerufsschülerInnen die Möglichkeit auf ein interkulturelles Arbeitsumfeld vorbereitet zu werden.
Neben Hintergründen zu Globalisierung, Migration und Flucht, werden den TeilnehmerInnen mithilfe von praktischen Übungen interkulturelle Kompetenzen vermittelt. Welche möglichen Konfliktsituationen können im jeweiligen Arbeitsalltag auftreten und wie sehen Lösungsansätze aus? Unser geschultes Team – das um ReferentInnen mit eigener Migrationsbiografie erweitert wurde – bereitet die Workshops individuell für das entsprechende Berufsfeld vor. Gemeinsam arbeiten wir im konstruktiven Dialog, um den Weg für eine weltoffene und vielfältige Gesellschaft zu ebnen.

Bei Interesse nehmen wir Anmeldungen für Workshops und Projekttage gerne entgegen und bearbeiten diese schnellstmöglich. Wir freuen uns auf die kommenden Monate mit euch.

Perspektivenwechsel im GRASSI. Ausstellung „fremd“ noch bis 8. Mai

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Was ist uns fremd? Eine Antwort darauf ist nicht leicht zu finden. Oft wird vergessen, dass für die Beantwortung der Frage auch wesentlich ist, wer wir sind. In der Entstehungszeit der ethnologischen Wissenschaft, der Sammlungen und Museen mit dem Schwerpunkt „Völkerkunde“, war dies nicht die dringendste Fragestellung. Das führte zu einem aus heutiger Sicht zweifelhaften Vorgehen beim Erwerb der Ausstellungsstücke. Umso mutiger ist es, wenn Museen diese Hintergründe beleuchten.

Ende Januar 2016 startete im Grassi Museum die Serie GRASSI invites. Der erste in dieser Reihe geladene Gast ist die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Die hieraus entstandene Sonderausstellung mit dem Titel fremd liefert einen Kommentar auf die seit Mitte des 19. Jahrhundert gängige europäische Praxis des Zurschaustellens „fremder Kulturen“ in ethnologischen Museen. Ergebnis ist eine kritische Auseinandersetzung des Grassi Museums mit der eigenen Präsentationsweise. Über 20 KünstlerInnen der HGB kommentieren mit ihren Installationen die kolonialistische Sichtweise, auf der das Ausstellungskonzept basiert, indem sie BesucherInnen beispielsweise auf ihre/seine Rolle als Voyeur hinweisen oder das Ausgestellte durch Hinzufügen von Informationen in ein ganz neues Licht rücken.

Damit werden neue Wege musealer Aufbereitung aufgezeigt und einem Publikum präsentiert, das durch wichtige Initiativen zur Aufarbeitung kolonialer Bestände wie bei der Rückgabe von in der Berliner Charité aufbewahrten menschlichen Überresten an eine namibische Delegation und das 2008 gestartete human remains project nicht direkt angesprochen wurde. An anderen Stellen in Deutschland besteht noch immer geringe Bereitschaft, ähnliches tlw. noch in Kellern und Kisten aufbewahrtes „Material“ zu katalogisieren und zurückzugeben – ganz zu schweigen von offiziellen Stellungnahmen der Bundesregierung im Zusammenhang mit dem Völkermord deutscher Soldaten an den Herero.

In der Ausstellung fremd werden Schlaglichter darauf geworfen, auf welchen Wegen Objekte in ethnologische Sammlungen kamen, Persönlichkeiten und Expeditionen früher Ethnologen (und „Rassenkundler“), deren herablassende Aussagen über die von diesen be- und untersuchten Menschen wurden ebenso offen auf- wie angegriffen. Hervorgehoben wurden Zitate aus den Aufzeichnungen des Ethnologen Egon von Eickstedt, der nach seiner ‚Beschaffungsmission‘ in einer Indienexpedition 1926-29 als Begründer einer Zeitschrift für Rassenkunde auftrat. Später erhielt Eickstedt den Ruf nach Breslau als Inhaber eines rassenkundlichen, nach 1945 den Ruf nach Mainz als Inhaber eines anthropologischen Lehrstuhls.

Auch Zitate des vor über hundert Jahren als Direktor des Museums für Völkerkunde zu Leipzig eingesetzten Johann Conrad Karl Weule anlässlich seiner Ostafrika-Expedition bestechen durch kolonialwirtschaftlichen Zweckrationalismus. Der Schritt, die freie Kontroverse mit der eigenen Geschichte zuzulassen und damit historiographische Ausstellungsarbeit mit ehrlicher Offenheit auch den eigenen Wurzeln gegenüber zu verbinden, verdient großen Respekt.

Wir sind gespannt was die Serie GRASSI invites in Zukunft zu bieten hat und empfehlen derweil einen Besuch der Sonderausstellung #1 fremd.

GRASSI invites #1 fremd 29.01. – 08.05.2016

In eigener Sache: Jahresrückblick 2015

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Mit dem Projekt „Diversity-Training in der Aus- und Weiterbildung“ hat WeltOffen e.V. in der zweiten Jahreshälfte 2015 sehr viel erreicht.

Das Projekt hat in Leipzig mit über 100 Projektstunden weit mehr als 500 Menschen in der Ausbildung angesprochen. Die als interkulturelle Trainings angelegten Veranstaltungen fanden mit Berufsschulen wie der Susanna-Eger-Schule und der Heimerer Schule, aber auch mit Kooperationspartnern wie der Fachoberschule der Rahn-Dittrich-Group in Leipzig statt.

Das Projektteam des Diversity-Trainings konnte darüber hinaus koordinierend und auch personell an weiteren WeltOffen-Projekten wie der Initiative Global mitwirken. Mit Besuchen an verschiedenen Leipziger Mittelschulen, Gymnasien und Berufsschulen wurden dabei einer Vielzahl von Teilnehmenden in insgesamt über 50 Projektstunden die Themen Asyl & Migration in Form von Workshops und Projekttagen näher gebracht.

Der Bedarf an weiterführenden Informationen und Orientierung angesichts aktueller Entwicklungen in unserer Gesellschaft war bei allen Veranstaltungen sehr groß. Die Evaluierung zeigte, dass insbesondere zum Thema Asyl sehr viele Fragen aufkamen. Häufig wurde nachgefragt, wie sich einzelne Schüler_innen engagieren können, um gemeinschaftsbildende Prozesse mit den neu Angekommenen zu gestalten.

Um diesen Fragen den entsprechenden Raum zu geben, wünschen wir uns auch für 2016 viele neue Workshops und Projekttage.

Wir bedanken uns für die gute Zusammenarbeit und wünschen allen teilnehmenden Schulen alles Gute für das fast noch neue Jahr!

Veranstaltungstipp: Russischer Kulturabend

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Ein wichtiger Bestandteil unserer Workshops zum Thema Vielfalt ist interkulturelle Kompetenz. Um diese aufzubauen, ist der Austausch und das Kennenlernen ausgesprochen wichtig – eine Gelegenheit für diesen Austausch bietet die Autodidaktische Initiative am

Montag, dem 23. November 2015 um 18 Uhr

Thematische Schwerpunkte liegen bei Essen, Musik und gemeinsamen Gesprächen über das geographisch nicht so ferne Land, die Veranstaltung ist alkoholfrei und kinderfreundlich!

Brückenfest „Willkommen in Leipzig“ am 19. September 2015

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„Leipzig nimmt Platz“ veranstaltet am 19. September ein Fest auf der Sachsenbrücke. Im Kontext von Migration und Flucht soll mit Musik, Infoständen, Kleinkunst, Spendensammlung und gastronomischen Angeboten der Brückenschlag gemeinsam gelingen. Wir wollen alle Menschen in Leipzig für die Brisanz des Rassismus sensibilisieren und wieder zur breiten Beteiligung am Protest aufrufen.

Das Grundrecht auf Asyl ist nicht verhandelbar. Die Menschenrechte sind nicht verhandelbar. Dennoch erleben wir in Leipzig und Sachsen seit Wochen, wie Menschenrechte beschnitten werden und das Asylrecht ausgehöhlt wird: Die Unterbringung in Turnhallen, ohne jegliche Privatssphäre, die desolate Asylpolitik des Freistaates, das bloße Verwalten von Menschen und nicht zuletzt ein rassistischer Mob, der bis tief in die Mitte der Gesellschaft ragt und seit Monaten Sachsen terrorisiert und vor den Menschen, die Zuflucht suchen, nicht halt macht.
Wir wollen, dass die Menschen die zu uns kommen, ankommen, platznehmen und mit uns zusammenleben. Wir sagen Nein zu Rassismus und Ja zu einem solidarischen Miteinander.
Leipzig nimmt Platz will Brücken schlagen, statt Mauern bauen. Leipzig nimmt Platz will Menschen willkommen heißen. Leipzig nimmt Platz will Rassismus in die Schranken weisen. Leipzig nimmt Platz will Protest gegen Rassisten und Solidarität mit Zufluchtsuchenden.

Ort: Sachsenbrücke im Clara-Zetkin-Park

Flüchtlingen helfen in Leipzig

Politische Meinungsäußerung steht nicht bei vielen hoch im Kurs. Dass gelebte Demokratie nicht nur alle vier Jahre zelebriert wird, zeigen Menschen, die dieser Tage Asylbewerber willkommen heißen und unterstützen. Auch einfache Hilfe bei Organisationsaufgaben und in der Versorgung ist ein Beispiel für Meinungsäußerung, die den für die Region beschämenden Legida-Stimmen gesunden Menschenverstand entgegensetzt.

Hier einige Projekte, die helfen:

Der Flüchtlingsrat sucht nach (volljährigen) Pat_Innen, die helfen durch:

  • Alltagsbegleitung (z.B. Einkaufshilfe)
  • Kultur- und Stadtvorstellung (z.B. Stadtbesichtigungen)
  • Lebenspraktische Unterstützung bei Bezug eigenen Wohnraums (z.B. Wohnungsbesichtigung)
  • Unterstützung beim Spracherwerb (z.B. in Form regelmäßiger Treffen zum Erlernen und Anwenden der deutschen Sprache) oder
  • Suche nach passenden Vereinen für sportliche, musische oder sonstige Aktivitäten.


Die Initiative Willkommen im Kiez sucht und vermittelt (und das gleich in verschiedenen Sprachen) dezentrale Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge. Mit dezentraler Unterbringung wird auch die frühestmögliche gesellschaftliche Teilhabe unterstützt.

Die Initiative Leipzig hilft sammelt Sachspenden für Flüchtlinge.

Ebenso sammeln Fjällsangels und die Initiative Leipzig hilft Flüchtlingen.

Über die Region Leipzig hinaus gibt es in ganz Deutschland Projekte, die Flüchtlinge unterstützen – eine Übersicht gibt es hier.

Der Verlag Langenscheidt hilft mit seiner Kernkompetenz: Ein Arabisch-Deutsches Wörterbuch wurde online zur kostenlosen Nutzung freigegeben und hilft damit der Kommunikation aller miteinander.